Venezuela 2010

Venezuela im Oktober und November 2010

Los Testigos, Isla Margarita, Cubagua, Tortuga, Los Roques

Wir haben uns hier in St.Georges – Grenada, auf der venezulanischen
Botschaft das Visum für die Heimat von Hugo Chavez ausstellen lassen.
Anders als die Flugtouristen benötigen wir Segler ein solches angeblich. 24 €
pro Person sowie 2 Paßfotos waren dafür nötig. Es dauerte auch nur 2 Tage.
Wie sich später heraus stellte, hätten wir uns dies sparen können. Es
interessierte dann keinen Beamten.

Beim Ablegen, nach den ganzen Ausklarierungsformalitäten, klopfte
Michael aus Glasgow bei uns an, ob er mit uns mit kann. Nachdem er ein
paar Wochen auf der 75 Fuß Yacht “ Braveheart“ als Deckshand mithalf, zog
es ihn mit seinem Surfboard weiter nach Venezuela. Also Costums und
Immigration nach Dienstschluß nochmals aktivieren. Das verzögerte unser
ablegen bis auf 20:30. Was soll`s, da wir keine wirklichen Termine hatten,
auch kein Problem. Nach knapp 14 Stunden erreichten wir nach einer
Motorfahrt Los Testigos. Angekündigt waren 15 Knoten Nordostwind. Die
Wahrheit 5 Knoten Südwest. Manchmal scherzen sie halt, die
Metereologen.

Los Testigos

Wir ankern vor Iguanas, der Insel, auf der sich auch die Militärstation
befindet. Nach dem Ankermanöver gleich wie es sich für einen braven
Skipper gehört, zu den Militärs um unsere Ankunft zu melden. Die jungen
Burschen, einer sprach davon Englisch, füllten für uns das Formular aus
und erlaubten uns fast 4 Tage hier zu bleiben. Auf den Inseln befinden sich
2 kleine Fischerdörfer, die nur aus 2 Großfamilien bestehen sollen. Die
Dünen vis a vis unseres Ankerplatzes wurden von uns erklommen. Der
Sand war am Vormittag so heiß, das Othello sich unter einem Baum eine
Grube ausbuddelte um es darin kühler zu haben. Spuren von Leguanen (
Iguanas) zogen sich überall durch den Sand. Es soll hier auch die giftigen
Korallenschlangen geben. Der Ausblick, einfach genial.

Danach schnorcheln. Auch hier eine unberührte Unterwasserwelt, die
zu der Besten von uns bis jetzt erschnorchelten gehört. Barrakudas,
Französische Kaiserfische, Schildkröten, Grunzer und was sonst noch so
alles dazu gehört. Es wurde auch fleißig vom Schiff aus gefischt. Mindestens
12 kleinere Stachelmakrelen hatten wir am Haken, die sorgten später für
unser Abendessen. Am nächsten Morgen kam ein Fischer vom neben uns
ankernden Boot zu uns geschwommen und brachte uns 3 große Red
Snapper. Er wollte zuerst nichts dafür. Wir gaben ihm ein Flasche Rum aus
Guadeloupe als Dankeschön. Wie er damit drüben ankam, löste diese bei
den anderen Fischern freudige Begeisterung aus. So ist das Leben in den
Los Testigos. Keine Handy funktioniert hier draußen. Kein Internet.
Sandstrände, die einsamer nicht sein können. In den 4 Tagen waren bloß 2
andere Segler noch anwesend. Was für ein Kontrast. Natur pur, freundliche
Menschen. Ein Topspot!

Einklarieren in Venezuela:

Dann ging es weiter nach Porlamar, zum Einklarieren. Juan sollte dies
für uns erledigen am nächsten Morgen. Doch Pedro, der dies eigentlich tut,
konnte an diesem Tag nicht. Also begaben wir uns selbst zu dem Gebäude
der INEA, wo Costums und Immigration untergebracht sind. Nett und
freundlich hatten wir nach einer Stunde den ersten Teil erledigt.
Kostenpunkt 120 Bolivar, das sind 12 €. Allerdings spricht nur eine junge
Dame Enlisch, nicht wie publiziert alle Beamten. Laut Juan sollte dies sehr
aufwändig sein, die Beamten oft nicht anwesend usw. Dem war nicht
so!

Nächster Schritt. Auf nach Pampatar zum Hafenkapitän, allerdings erst
am nächsten Tag. Man benötigt alle Papiere als Kopie. Pässe, die vom Vortag
erhaltenen Formulare, Eigentumsnachweis, Versicherung. Dann muß man
in Pampatar ( Post?) um 130 Bolivar Stempelmarken kaufen und auf einer
Bank, beim Einkaufscenter Sambil, weitere 65 Bolivar einzahlen und den
Beleg beim Hafenkapitän abgeben. Am nächsten Nachmittag soll das
Cruising Permit dann fertig sein. Wir benötigen aber tags darauf weitere 3
Stunden Wartezeit beim Hafenkapitän in Pampatar und die Hilfe unseres
Taxifahrers um dann endlich das ersehnte, weil vorgeschriebene
Crusingpermit, in Händen zu halten.

Gesamtkosten 315 Bolivar. Der Agent verlangt dafür inklusive aller
Gebühren 550 Bolivar. Also 235 Bolivar oder knapp 23 € Ersparnis. Der
Taxifahrer, der für die Stunde 50 Bolivar verlangt, hebt diesen Vorteil
allerdings wieder auf. Bleibt noch der Zeitvorteil, bei uns 2 Tage, beim
Agenten 5 Tage bis über eine Woche, je nachdem ob ein Wochenende
dazwischen liegt. Es war eine interessante Erfahrung, zugleich auch
teilweise sehr nervig. Meine Empfehlung lautet daher, die Prozedur von
dem Agenten erledigen zu lassen. Dauert zwar länger, ist aber sicher
entspannter. Nachschlag am Tag der geplanten Abfahrt zur Insel Coche.
Abmelden bei den Costums hier in Porlamar. Nix da, so einfach auslaufen,
da hat man die Rechnung ohne Behörden gemacht.

Also weiter geht es. 96 Bolivar auf einer 4 km entfernten Bank
einzahlen. Beleg den Customs übergeben, dann bekommt man ein weiteres
ganz wichtiges Papier. Das darf man dann zum Hafenkapitän in Porlamar
bringen. Der will wieder Kopien davon haben. 30 Minuten den Copyshop
suchen. Abstempeln lassen. Wichtiges Papier wieder den Costum
übergeben. Dort sitzt wieder ein anderer Offizieller, der meint das Ganze
wäre so gar nicht nötig gewesen. Funny!! Dauer der Geschichte weitere 3
Stunden und 150 Bolivar für unseren Taxifahrer, der uns dabei sehr
geholfen hat. Ja, wir dürfen jetzt ganz legal die nächste Insel besuchen, 12
Seemeilen entfernt und sogar weitere, bis wir uns dann in Puerto La Cruz
wieder bei den Behörden melden müssen. Nein, besser dürfen, denn Sie
wollen ja nur das Beste für uns Segler. Auch das hörten wir heute.
Ernsthaft;-)

Ein Grund um Porlamar anzulaufen sind sicher die günstigen Preise. 1
Liter Diesel, vom Dieselmann direkt ans Schiff gebracht kostet 14 €-Cent. Bei
uns waren das 430 Liter um knapp 70 €.

Wir haben einen Englisch sprechenden, „studierten“ Taxifahrer, um 50
Bolivar die Stunde engagiert. Dieser fungierte zugleich als unser Guide. Die
Einheimischen verdienen ungefähr 120 € im Monat. Es gibt 2 Dinghidocks,
eines von Juan, das kostenlos ist. Eines näher an der Bar, 5 Bolivar für den
ganzen Tag. Sehr viele Straßenhunde, ein Rudel hat den Hund eines Seglers
tot gebissen. Eine Wäscherei, die kaum als solche zu erkennen ist. 10 kg
Wäsche 90 Bolivar. Ist eigentlich zu teuer für hiesige Verhältnisse. Der Preis
für die bequemen Yachties wie wir. In der Stadt bekamen wir dann 5
Maschinen, getrocknet und gefaltet um 12 €. Einen Nautikshop, mit einer
sehr gut Englisch sprechenden Besitzerin. Den Müll kann man nur an der
Straße ablegen. Den Haufen übersieht man leider eh nicht.

Cubagua

Wir verlassen heute Porlamar und segeln an Isla Coche vorbei nach
Cubagua. Ein wunderschöner Ankerplatz mit nur 3 anderen Seglern
erwartet uns. Eine kleine Fischersiedlung, wüstenähnliches Hinterland mit
einem riesigen Kaktusfeld. Die Mädchen eines Fischerehepaares kommen
uns beim Spaziergang mit Othello besuchen und plappern in spanisch auf
uns ein. Das ist für alle Beteiligten sehr lustig. Wir kaum Spanisch und sie
kein Englisch. Trotzdem herzhaft.

Mit Michael drehe ich dann ein paar Runden, mit seinem Surfboard als
Wakeboard umfunktioniert. Ich probier es dann auch. Hat sogar geklappt.
Wir hatten viel Spaß an diesem Nachmittag.

Das Wrack bei der Einfahrt, eine in den 70` ern gesunkene Autofähre,
eignete sich wunderbar zum schnorcheln.

Cumana

Danach motorten wir weiter nach Cumana am Festland. Aus
Sicherheitsgründen legten wir uns in die Marina. Da es hier schon öfters
mal zu überfällen gekommen sein soll. 14 € pro Nacht waren auch verschmerzbar.

Ein großes Einkaufszentrum schließt direkt daran an und ist eigentlich
der schönste Platz. Das heißt schon was.

Am nächsten Morgen bin ich mit Michael durch die Stadt gelaufen, es
gibt einfach hier nichts, wo man sagen könnte, dass sei irgendwie
sehenswert. Die Leute laufen auch nicht unbedingt mit einem Lächeln
durch die Stadt.

Puerto La Cruz

Weiter an Mochima, dem Nationalpark vorbei, nach Puerto La Cruz, in
die Marina Bahia Redonda. 10 € pro Nacht. Poolbenützung, WiFi um 2 € am
Tag. Hier treffen wir auch Eric und Monika von der SY Ahora. Ansonsten
sind die Franzosen in der überzahl. Jeden Mittwoch ist BBQ in der
Marina.

Den Papierkram lassen wir hier von einem Agenten erledigen.
Nationale Ein – und Ausklarierung 330 Bolivar, ca. 33 €. Heute haben wir
Michael, unseren Gast aus Glasgow, zur Autobusstation in Puerto La Cruz
begleitet. Kein Ort um sich dort länger als nötig aufzuhalten. Bis Caracas
benötigt er 6 Stunden, Ticket 7 €. Dann von dort weitere 22 Stunden nach
Cartagena in Kolumbien.

Mit dem Dinghi kann man das Kanalsystem des „El Morro“ Komplexes
erkunden und auch zum Unicasa Supermarkt fahren. Die Preise sind hier
etwas höher als in Porlamar, das ja Zollfreizone ist. Die Reichen haben an
der Wasserfront ihren Liegeplatz für die Motoryacht und dahinter gleich ihr
Haus. Sehr gepflegte Anlagen. Der Golfplatz wirkt dagegen etwas
ausgetrocknet. Im Kanal sind maximal 5 Knoten erlaubt, es hält sich aber
fast kein Dinghifahrer daran.

Gasflasche füllen kostet bei dem Minimarkt in der Marina 1,5 €. Taxi
ins Stadtzentrum PL.Cruz 3 €, zum Unicasa S – Markt 2,5 €. Tauchflasche
beim Tauchshop in der Marina füllen 5 €. Den gleichen Preis zahlte ich auch
in Martinique.

Sonntag in der Früh werden wir zur Insel Tortuga aufbrechen.

Nachdem wir um 6 Uhr von der Marina ablegten ging es unter Motor
zwischen den auf Reede liegenden öltankern durch, Kurs Tortuga. Nach
knapp 60 Seemeilen fiel unser Anker vor der Playa Caldera. Ein
wunderschöner, einsamer Sandstrand, der auch Othello`s Zustimmung fand.
Nach Sonnenuntergang überfielen uns dann leider die Mosquitos. Das ist
von Bucht zu Bucht sehr unterschiedlich.

Heute ging es eine Stunde weiter, zum Ankerplatz hinter dem Riff Los
Palanquinos. 7 Segler, die Meisten davon unter französischer Flagge, hatten
sich offensichtlich entschlossen im Convoi zu segeln. Wir erkundeten mit
unserer Schnorchelausrüstung die Unterwasserwelt des Riffes. Hornhechte
nahe an 1 Meter, Papageienfische in unterschiedlicher Farbenpracht.
Intakte und von vielen, kleinen Fische bevölkerte Korallen. Weiter ging es
zum Cayo Herradura. Eine kleine Fischersiedlung, ein rot – weißer
Leuchtturm, türkisblaues Wasser, einsamer Sandstrand. Wir sind die
einzigen Segler hier. EIn Fischerboot bietet uns 2 Lobster um 10 € an. Da
schlagen wir natürlich zu und sichern uns ein günstiges Abendmahl.
Schwarze Nudeln mit Lobster. Genial. Karg und einfach halt 😉 Letzter
Ankerplatz auf Tortuga ist dann Las Tortuguillas. Zugleich auch unser
Absprungpunkt zu den Los Roques.

Isla Los Roques Nationalpark

Nach einem tropischen Regen am Abend, legten wir dann um
Mitternacht ab. Ziel der Los Roques Nationalpark. 92 Seemeilen. Wir haben
zwar Groß und Genua draußen, aber die Maschine läuft mit. Am
Nachmittag fällt der Anker vor der Hauptinsel El Gran Roque. Ich suche die
Küstenwachestation auf um mich anzumelden. Es fehlt natürlich wieder ein
Papier von Puerto La Cruz. Am nächsten Morgen um 7 Uhr war dieses dann
nicht mehr so wichtig und ich bekam meinen 1. Stempel auf einen anderen
wichtigen Zettel. 3 weitere sollen noch folgen. National Guard, Inparques
und zum Schluß die Gebührenstelle, die mir 110 € Nationalparkgebühr
abnimmt. 15 Tage dürfen wir jetzt offiziell hier bleiben.

Vorweg, es hat sich auf jeden Fall bezahlt gemacht. Wir blieben
insgesamt 12 Tage und besuchten die meisten Cayos. Agustin, Sarqui, Isla
Carnero, Bequive, Cayo de Agua. Wieder einsam Sandstrände für uns
alleine, intakte Riffe mit einer Vielzahl an Bewohnern. Wir tauchten nach
Conchschnecken und holten diese aus ihrem Gehäuse um sie dann gekocht
zu verzehren.

Auf der Hauptinsel El Gran Roque kann man sich mit dem Nötigsten
versorgen. Der Ort ist überraschend gepflegt und bietet ein paar lohnende
Fotomotive. Es gibt einige Pousadas, die den mit dem Flugzeug anreisenden
Gast über das Wochende beherbergen. Am Ankerplatz brennt einem sogar
manchmal das Kerosin in den Augen.

Am Vortag unsere geplanten Abfahrt drehte der Wind am Nachmittag
auf West. Eine hohe Welle baute sich auf, sicher eineinhalb Meter, und
veranlaßte uns den Ankerplatz zu verlegen. Die Fischer taten dies mit ihren
Booten schon füher. Nach knapp 3 Stunden beruhigte sich das Wetter dann
wieder.

Es war Zeit sich langsam wieder auf zu machen. Nachdem ich mir dann
das“ Zarpe“ ( Fahrerlaubnis) für Porlamar bei der Coast Guard ausstellen
ließ, segelten wir in die Nacht hinein nach Tortuga. Im letzten Tageslicht
entschloß sich noch ein 1 Meter langer Barrakuda uns für die nächsten
beiden Tage als Mittagessen zur Verfügung zu stehen. Wurde auch langsam
wieder mal Zeit, daß etwas größeres anbiß. Nach einer Nacht auf Tortuga
ging es via Cubagua zurück nach Porlamar.

National einklarieren am nächsten Morgen ging recht einfach. 10 €
waren dafür fällig. Danach gings mit den Kanistern und Johnny, unserem
Taxifahrer zur Straßentankstelle. 1 Liter Diesel beim Dieselmann ans Schiff
gebracht 14 €cent, 130 Liter Diesel an der Tankstelle 80 €cent. Für alle 130
Liter wohlgemerkt.

Jetzt freuen wir uns, dass am Samstag Irina und Gerald aus Wien zu
uns an Bord kommen.

Venezuela im November 2010, Törn mit Irina und Gerald

Isla Margarita Porlamar

Nach einer 20 stündigen Anreise von Wien über Paris nach Caracas
und dann weiter auf die Isla Margarita, konnten wir gestern am Abend
erleichtert Irina und Gerald in die Arme nehmen. Alle Flüge pünktlich,
Gepäck vorhanden, einzig der von mir beauftragte Taxifahrer war nicht zur
Stelle. Ein anderer Taxifahrer übernahm den 20 minütigen Transfer zum
Dinghi Dock der „Marina“ Concorde. Der verlangte dann auch gleich den
doppelten Preis, 10 €. Aber ich hatte keine Lust mehr zum Diskutieren. Mit
unserem Dinghi ging es dann in die Nacht hinaus, wo Othello auf Sagitta
bereits auf uns wartete.

Nach einer ruhigen Nacht ging es heute zum Geld wechseln und
Mittagessen bei „Jak`s“. Ken, der britische Einhandsegler, gab auch ein paar
„Gschichterln“ zum Besten. An diesem Sonntag war der Strand bei weitem
nicht so bevölkert wie am letzten. Gerald bezeichnete die ganze Szenerie
sehr treffend als authentisch. So kann man es wohl sagen. Straßenhunde,
Plastikstühle und Tische am Strand, Kühlboxen. Südmerikanisch, die
Lebensfreude aber nicht mehr so überquellend, wie angeblich vor ein paar
Jahren noch.

Isla Cubagua

Heute legten wir ab nach Cubagua ab. Eine 20 Seemeilen entfernte, nur
von einer Handvoll Fischern bewohnte Insel. Dort liegt das Wrack einer
Autofähre. Die über der Wasserlinie liegenden Teile werden von den
Pelikanen als Beobachtungsposten genutzt. Die unterhalb, von uns als
Schnorchelrevier. Als wir am Abend mit dem Dinghi zum Starnd fuhren,
wurden wir von 2 jungen Nationalgardisten herangewunken und mußten
Angaben zu Namen, Herkunft usw. machen. Das Ganze im knietiefen
Wasser stehend. Sehr wichtig.

Am nächsten Tag haben sich die beiden eines Fischers bedient, der sie
zu den 3 vor Anker liegenden Yachten beförderte. Bei uns dann auch
nochmals Kontrolle. Diesmal mit dem Gewehr im Anschlag. Militärstiefel
trampeln über und unter Deck. Rettungswesten und Signalraketen wollte
man flüchtig sehen. Ein Bier gabs dann von mir als Beruhigung für einen
von beiden, dann gefiel ihm noch ein Feuerzeug, konnte er gerne habe. Der
andere füllte im Cockpit einen wieder unheimlich wichtigen Zettel aus. Das
Ganze geschah angeblich wegen der Piraten hier in der Gegend. Aha,
verstehe. Offenbar wollen sie die Piraten vor uns schützen in dem sie uns
kontrollieren. Das leuchtete mir dann natürlich ein.

Im Laufe des späten Nachmittags, nachdem ich eineinhalb Stunden
unter Wasser verbrachte, um unser Unterwasserschiff abzuschaben, drehte
der Wind auf Nordwest. Eine hohe Welle stand jetzt genau in unsere Bucht
hinein und veranlaßte mich, Anker auf zu gehen. In die Nacht hinein, die
durch mehrere Blitze immer wieder erhellt wurde, segelten wir nach
Porlamar zurück.

Isla Blanquilla

Isla Blanquilla war dann nach 2 Tagen Aufenthalt in Porlamar unser
nächstes Ziel. Endlich konnten wir auch mal wirklich segeln. Ostwind um
die 15 Knoten. Eine Vollmondnacht später fiel unser Anker vor Playa Yaque,
an der Westseite. Wir waren die einzige Yacht, bis am Nachmittag 2 andere
dazu kamen. Türkisblaues Wasser und ein herrlicher Sandstrand.

Da es uns aber am nächsten Tag zu rollig wurde, verlegten wir uns an
die Südseite, wo sich auch eine Küstenwachestation befindet. Dieter, von
der Segelyacht Maggia, den wir bereits aus Porlamar kannten, lag dort auch
schon vor Anker. Die Küstenwache forderte mich über Funk auf, samt den
Schiffspapieren bei ihnen vorstellig zu werden. Nach einer halben Stunde
war dies erledigt und wir konnten die Unterwasserwelt, neben uns lag
direkt ein Riff, erschnorcheln. Tolle Unterwasserlandschaft, allerdings
wenige und nur kleine Fische. Nach einem geselligen Abend mit Dieter und
seiner Freundin Claudia bei uns an Bord, legten wir am nächsten Morgen
wieder zum Playa Yaque ab. Dort veranstalteten wir mit Irina und Gerlald
ein BBQ am Strand. Fast wie Robinson.

Isla Tortuga

Die Insel Tortuga wurde am nächsten Tag angelegt. Cayo Herradura,
ein sehr geschützter Ankerplatz bei starkem Nordostwind. Ein Leuchtturm
mit einer kleinen Fischersiedlung, toller Sandstrand. Das war`s auch schon.
Die Fischer haben uns mit Fisch und Lobster versorgt. Wir sie im Gegenzug
mit Zigaretten, Rum, Olivenöl und frischen Eiern. Draußen rollt bereits eine
mächtige Brandung heran. Der Regen setzt immer häufiger ein. Blöderweise
mußten wir gegen Wind und anlaufender Welle nach Porlamar zürück, weil
das Wetter noch schlechter werden sollte und unser Zeitfenster nicht so viel
Spielraum bietet. Nach 19 Stunden unter Motor fiel unser Anker um 1 Uhr
nachts an unserer Ausgangsposition in Porlamar.

Isla Margarita Porlamar

Die nächsten Tage verbrachten wir mit Stadt bummeln und
Shoppingtempel besuchen, Irina und Gerald nutzten einen regenfreien Tag
um einen Reitausflug zu machen. Durch die Berge bei La Restinga und am
Meer entlang.

Dann war es auch schon wieder Zeit, Abschied zu nehmen. In Europa
kehrte zu diesem Zeitpunkt der Winter ein. Das traf unsere Freunde leider
dann auch, in dem sie am Flughafen in Paris hängen blieben und 1 Nacht
im Marriot auf Kosten der Air France verbringen mußten. Das winterliche
Wien konnte sie gesund und wohlbehalten in Empfang nehmen.

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