Sars Cov 2 Quarantäne

Südsee – Quarantäne, Raiatea, 31.03.2020

Wir befinden uns jetzt seit 12 Tagen in Quarantäne an Bord von Sagitta hier in Raiatea am Ankerplatz vis a`vis der Hauptstadt Uturoa. Mit uns 10 weitere bemannte Yachten, die auch schon länger im Land sind. Dieser Platz bietet gutes Handynetz, unser Internet läuft über VINI (Handybetreiber). Man kann hier aber zusätzlich noch Hotspot WDG mit einer Wifi Antenne empfangen. Wir sind nahe des Außenriffs, etwa 1km entfernt von der Hauptinsel.

Ankerplatz beim Außenriff während der Quarantäne

Auf Grund der weltweiten Ausbreitung des Sars Cov 2 Virus der Tage davor konnten wir uns gut auf diese Situation vorbereiten, haben uns rechtzeitig um die Auffüllung aller Treibstoffe, Lebensmitteln, Gasflaschen etc. gekümmert. Unseren Handyvertrag bezahlten wir für 6 Monate im voraus, das monatliche Datenvolumen erhöhten wir auf 30 GB. Informationen zu bekommen war das Gebot der Stunde.

Trotzdem mussten wir 2 Tage zittern, als es noch nicht klar war, ob die ausländischen Segler im Land verbleiben dürfen. Vor allem eine große Anzahl bereits auf den Marquesas ankernden Yachten und fast täglich neu ankommende stellten und stellen das System hier auf eine schwere Probe. In Taiohae, dem Hauptort Nuku Hivas mit knapp 1600 Einwohnern, ankern alleine schon mehr als 80 Yachten. Als aber der Präsident Französisch Polynesiens, Édouard Fritch in Absprache mit dem Haut-Commissaire den meisten Seglern ermöglichte hier zu bleiben, viel uns mehr als ein Stein vom Herzen.

Es gibt natürlich auf Facebook und WhatsApp Gruppen, die sich mit der Situation befassen. Wie immer in solchen Gruppen finden sich darin leider auch viele Spekulationen, Halbwahrheiten und Falschmeldungen. Darunter findet sich allerdings auch wieder Nützliches, vor allem von den Leuten die schon länger im Land sind, die Segler unterstützen,in maritimen Branchen arbeiten, teilweise auch Kontakt zu den Entscheidungsträgern im Land haben.

In Maupiti bei Bora Bora, wird ein dort ankernder Segler von Einheimischen mit Obst und Gemüse versorgt, ohne welches bestellt zu haben. In Rangiroa dürfen die Segler nach wie vor auch an Land zum Einkaufen, Einheimische Va´a Fahrer haben auch noch nicht ihren Casse-Tete (Schädelspalter) ausgepackt um ankernde Segler damit zu attackieren. Das nur um auch mal etwas positives aufzuzählen. In den ostkaribischen Ländern dagegen werden bereits unbewohnte Yachten geplündert und die Bahamas lassen nicht mal mehr ihre Staatsbürger mit Wohnsitz auf den Bahamas wieder ins Land.

Wir, die Segler, sind zu Gast hier in diesem Land und werden auch von den allermeisten Bewohnern wohlwollend behandelt. Schwarze Schafe gibt es sowohl unter den Seglern als auch den Einheimischen, man sollte darüber hinaus aber nie vergessen, dass wir halt auch nur „Touristen“ sind, selbst wenn wir dem Bäcker in Fatu Hiva das Brot abkaufen! Außerdem, nach all den schönen Erlebnissen und Kontakten in diesem Land, sollten wir es verkraften, wenn uns mal ein Local schief anschaut, speziell jetzt in dieser Situation.

Uturoa

Heute waren wir erstmals seit 15 Tagen an Land zum Einkaufen, frisches Obst und Gemüse in erster Linie. Wir hatten unsere Papiere (Name, Schiff, Erklärung warum wir an Land sind, für wie lange..) ausgedruckt mit uns, ebenso den Reisepass. Diese wollte aber niemand sehen. Das Hafenbecken von Uturoa war bis auf 2 Auslegerboote leer. Die Straßen dünn bevölkert.

Der Hafen von Uturoa, ziemlich ausgestorben


Der Müll konnte problemlos entsorgt werden. Die Markthalle ist geschlossen. Im Supermarkt „Leogite“ war alles wie immer, außer einer Plastikplane vor den Kassen um die Kassiererinen zu schützen. Sogar das, nicht nur von uns, geschätzte Kokosbrot gab es, wenn das kein Omen war! Im „Champion“ durfte nur eine Person pro Familie hinein. Am Eingang stand ein Händedesinfektionmittel. Die Kassiererinnen trugen Masken aus polynesischen Stoff und amüsierten sich offensichtlich darüber. Alle sehr relaxed, die meisten achteten auf den Abstand, in den engen Gängen aber oft gar nicht so einfach.

Man beschäfzigt sich halt irgendwie. In diesem Fall „Bilddesign“


Die Preise wurden nicht angehoben, die Regale sind voll wie immer, nachdem in der Früh das Frachtschiff Taporo angeliefert hatte. Wir waren auf jeden Fall sehr positv überrascht, wie entspannt der Einkauf heute möglich war. Während Erwin im Champion einkaufte wurde Lambrini von der freundlichen Kassiererin sogar ein Stuhl angeboten, um die Wartezeit so angenehm wie möglich zu verbringen. „Unser“ Polynesien halt!

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